Stolbergstraße 26, 63691 Ranstadt

<< Was ist eigentlich ein WDVS ? >>

Der Begriff "WDVS"

WDVS ist die Abkürzung für Wärmedämmverbundsystem. Im Grunde genommen ist es ein Sammelbegriff für jede Art von Fassadendämmung in Kombination mit jeder Art von Fassadenbekleidung. Auch wenn eigentlich jede Art von Dämmung und jede Art von Fassadenbekleidung vom Begriff WDVS umfasst ist, wird landläufig eine Fassadendämmung mit Oberputz verstanden. Dieses System besteht aus den Komponenten Dämmung, Armierungsschicht und Oberputz. Weitere wichtige Systemkomponenten sind die Anschlüsse an andere Bauteile wie Fenster, Türen, Dach und Sockel.

Was macht ein WDVS problematisch?

Nüchtern betrachtet bei richtiger Anwendung eigentlich gar nichts.

Vielfach kontrovers diskutiert werden die vermeintlichen Brand- und Schimmelgefahren sowie ästhetische Aspekte.

Brandgefahr

Zunächst einmal besteht eine Brandgefahr überhaupt nur dann, wenn brennbare Materialien verwendet werden und/oder Fehler bei der Errichtung eines WDVS begangen werden. In Deutschland gibt es weitreichende Vorschriften zur Errichtung von WDV-Systemen, die eine Gefahr durch Brände an WDVS in der Praxis bei fachgerechter Ausführung faktisch ausschließen. So werden zum Beispiel in größeren Gebäuden Brandriegel vorgeschrieben, kritische Bereiche wie Fluchttreppen müssen z.B. komplett aus nicht brennbaren Material errichtet werden.

Am Bau werden unzählige grundsätzlich feuergefährliche Stoffe verbaut, insbesondere in der Dachkonstruktion aber auch in den Wohnungen (Möbel, Türen, Stoffe, usw.). Das gilt insbesondere auch für ökologische Baustoffe wie Holzfaserdämmungen. Im Falle des WDVS sind diese, sofern überhaupt vorhaben, durch eine dicke Armierungs- und Putzschicht umgeben und so besonders geschützt. Unabhängig davon können auf Wunsch vollkommen unbrennbare Dämmstoffe verwendet werden, so dass von der Fassade überhaupt keine Brandgefahr mehr ausgehen kann.

Feuerfalle WDVS? Ein Praxistest

Schimmelgefahr

Gebäude müssen heute in höchstem Maße gedämmt sein, um die Energieeinsparvoraussetzungen zu erfüllen. Dämmen heißt immer, Dämmstoffe einzusetzen und das Gebäudeinnere luftdicht gegen die Umgebung abzuschließen. Es spielt dabei gar keine Rolle, welche Art von Dämmstoffen eingesetzt werden. Zum Beispiel ist hochdämmendes Mauerwerk, wie es häufig als Alternative zum WDVS angeboten wird, im Grunde nichts anderes als eine im Stein eingeschlossene EPS-Dämmung.

Um das Einströmen kalter Luft von außen und das Entweichen warmer Luft von innen zu verhindern, werden moderne Gebäude luftdicht abgeschlossen. Dabei ist die fachgerechte Ausführung elementar. Werden hier Fehler gemacht entstehen kalte Stellen ("Kältebrücken"), an denen Feuchtigkeit kondensiert. Wo Feuchtigkeit dauerhaft stehen bleibt bildet sich leicht Schimmel. Daher ist eine sorgfältige Planung und die fachgerechte Ausführung der Gebäudehülle innen wie außen durch ausgebildetes und erfahrenes Personal entscheidend. Auch wenn dies nicht immer zwingend gefordert wird ist außerdem ein Blower-Door Test in vielen Fällen dringend zu empfehlen.

Schimmel kann allerdings auch durch Lüftungsfehler entstehen, zum Beispiel wenn nicht Stoßgelüftet wird und die Fenster dauerhaft gekippt stehen. Ob entstandener Schimmel das Ergebnis von Planungs-, Verarbeitungs- oder Verhaltensfehlern ist kann nur vor Ort beurteilt werden. Hier stehen dem Fachmann neben seiner umfangreichen Erfahrung auch moderne Messinstrumente zur Ursachensuche zur Verfügung.

Ästhetische Apekte

Ganz ehrlich - der Dämmwahnsinn, der heute betrieben wird, ist physikalisch nicht mehr begründbar. Die Wirkung von Dämmstärken jenseits von 160mm ist kaum mehr nachweisbar. Trotzdem werden heute Dämmungen mit einer Stärke von 30 Zentimetern und mehr verbaut. Da erhöht nicht nur die Baukosten, sondern führt auch dazu, dass Öffnungen wie Fenster und Türen optisch verkleinert werden. Bei Neubauten wird dies in der Regel von Angang an in die Planung einbezogen und die Auswirkungen so minimiert.

Problematisch bleiben Altbauten, bei denen relativ kleine Öffnungen durch nicht durchdachte Dämmmaßnahmen zu Schießscharten werden. Das muss aber nicht sein. Gerade bei Sanierungen ist in den allermeisten Fällen ein Austausch alter Fenster der erste und wirksamste Schritt, noch vor einer Fassadendämmung. Bei vorausschauender Planung werden hierbei Fenster nicht nur ausgetauscht, sondern auch den Gegebenheiten einer Fassadendämmung angepasst.

Es gibt aber auch Gebäude, bei denen macht eine dicke Fassadendämmung schlichtweg keinen Sinn. Hier gibt es andere Alternativen, zum Beispiel eine Innendämmung, effiziente dünne Dämmstoffe oder eine Kombination davon. Auch können ästhetische Problemstellen durch kreative Gestaltungstechniken gelöst werden. Die richtige Lösung ist im Einzelfall zu ermitteln, aber es gibt für jedes ästhetische Problem eine clevere Lösung.

<< Wichtiger Hinweis zu Umwelteinflüssen >>

In der öffentlichen Diskussion spielen Verschmutzungen auf Flächen im Außenbereich eine zunehmende Rolle. Über diesen Sachverhalt möchten wir Sie mit dieser Zusammenfassung bereits im Vorfeld einer Ausführung informieren.

Unsere Leistungen enthalten Beschichtungen von Flächen im Außenbereich. Diese Flächen, seien es Holzbauteile oder Fassaden, sind unweigerlich unentwegt Umwelteinflüssen ausgesetzt.

Diese Umwelteinflüsse bringen es mit sich, dass sich unter Umständen Alge, Pilze, Flechten oder Moose ansiedeln. Sie sind dann als schwarze (Pilze) oder grüne (Algen) Verfärbungen auf den Oberflächen zu erkennen. Ob Bewuchs mit Mikroorganismen, der im Übrigen gesundheitlich völlig unbedenklich ist, auftritt und wenn ja in welchem Umfang ist im Vorfeld nicht abschätzbar.

Algen und Pilze sind ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt. Sie werden durch den Wind verbreitet und sind überall dort anzutreffen, wo günstige Lebensbedingungen herrschen. Häufig reicht bereits die natürliche Luftfeuchtigkeit zum Wachstum aus. Die Umgebung kann die Ansiedlung stark beeinflussen (z.B. dichter Bestand von Bäumen und Büschen, Gewässer, etc.), aber auch die baulichen Gegebenheiten können eine Rolle spielen (z.B. unzureichende Entwässerung, dauerhafte Beschattung feuchter Flächen, verminderte Abtrocknung, etc.). Auch die Verbesserung der Umweltbedingungen trägt zur vermehrten Ansiedlung von biologischem Bewuchs bei. Während in den sechziger und siebziger Jahren der „Saure Regen“ und eine hohe Luftverschmutzung Organismen an Außenflächen verhindert hat, sind durch die immer reineren Umweltbedingungen die Lebensbedingungen für Algen und Pilze heute deutlich verbessert.

Faktisch keine Rolle bei der Ansiedlung von Organismen spielt die Art der Dämmung der Fassade. Zwar sind Fassaden mit Wärmedämmverbundsystemen verglichen mit einer ungedämmten Fassade kühler, trocknen daher langsamer ab und stellen daher grundsätzlich günstigere Lebensbedingungen dar.

Gleiches gilt jedoch im vollen Umfang auch für Fassaden, die auf anderen Wegen gedämmt sind, zum Beispiel durch hoch dämmendes Mauerwerk. Um die aktuellen Energiesparanforderungen einzuhalten sind Dämmmaßnahmen zwingend notwendig, die allesamt im Ergebnis günstige Lebensbedingungen für Algen und Pilze ergeben.

Auftretender Bewuchs kann nach heutigem Stand der Technik nicht vollständig verhindert werden, wenn nicht entsprechend regelmäßig gereinigt wird und den Organismen die Lebensgrundlage auf der Oberfläche entzogen wird. Dabei sind erfahrungsgemäß folgende Pflegemaßnahmen zu empfehlen:

  • regelmäßiges Reinigen von Staubablagerungen und ersten Anzeichen von Algen- bzw. Pilzbewuchs (nasses Abbürsten / Abwaschen, ggf mittels Hochdruckreiniger)

  • regelmäßiges Zurückschneiden von Büschen und Bäumen

  • regelmäßige Spülung der Drainagen

  • zeitnahe Schneeräumung.

Daneben können planerische und konstruktive Maßnahmen die Ansiedlung von Mikroorganismen beeinflussen, aber nicht endgültig verhindern.

Gleiches gilt für chemische Zusätze bei der Fassadenbeschichtung. Die von uns verwendeten Putze und Anstriche enthalten bereits Inhaltsstoffe, die eine Ansiedlung von Algen und Pilze vermindern. Die Wirksamkeit dieser Inhaltsstoffe nimmt naturgemäß im Laufe der Zeit merklich ab. Nach unserer langjährigen Erfahrungen mit Anstrichen jeder Art können biozide Zusätze in den Anstrichen einen Bewuchs mit Algen bzw. Pilzen bei entsprechenden Umweltbedingungen mindern, aber nicht wirksam verhindern.

Daneben können planerische und konstruktive Maßnahmen die Ansiedlung von Mikroorganismen beeinflussen, aber nicht endgültig verhindern.

Beachten Sie bitte, dass trotz sorgfältiger Auswahl hochqualitativer Beschichtungsstoffe und deren fachmännische Verarbeitung ein mikrobiologischer Bewuchs an Ihren Außenflächen von uns nicht ausgeschlossen werden kann. Mögliche Erscheinungsformen sind die Ansiedlung von Pilzen (vor allem an Dachgebälk) oder Moosen (vor allem an Fassaden). Diese stellen bei Auftreten keinen Mangel, sondern Umwelteinflüsse dar.

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.